Blackwashing vs. Whitewashing

Der große Aufschrei bei The Great Wall, der Aufschrei bei Ghost in the Shell, der Aufschrei bei Exodus … das sind nur einige Beispiele. Im Internet findet man, ganz im Stil der (linksgrünen) Gender-Irren und Feministen, ja wieder ganze Listen.

Es gibt so viele Filme, wo es einen Aufschrei gab, weil ein weißer Schauspieler eine Rolle übernommen hat, die klassischerweise einem anderen gebührt haben möge. Das kann man finden wie man will. Ich sehe das von der Seite, dass eine gute Geschichte erzählt wird und es erst einmal keine Rolle spielt, ob da ein Idris Elba, ein Liam Neeson oder eine Scarlett Johannson vor der Kamera steht. Hauptsache, die Geschichte und die Schauspielerei passen.

Mein Problem, was ich jedoch habe, ist der Umstand, dass alle sich am Whitewashing aufhängen. Was ist denn eigentlich, nur mal so hinter vorgehaltener Hand, mit dem Film The Dark Tower?  Oder auch Suicide Squad? Da werden ursprünglich weiße Charaktere jeweils mit Schwarzen besetzt. Dort gibt es merkwürdiger Weise keine Liste im Internet, wo man sich mal ansehen könnte, welche Filme und damit welche Zahl betroffen wäre.

Scheint so, dass ich den Aufschrei darüber verpasst habe. Oder gab es gar keinen? Das wäre eigentlich fatal, heißt es doch, dass mit zweierlei Maßstäben gemessen wird und die oftmals angeführte Gleichberechtigung nichts weiter als eine Worthülse ist.

Ich meine, es wundert mich ja nicht, dass die (linksgrünen) Gender-Irren und Feministen durchaus gute Heuchler sind und mit zweierlei Maßstab messen. Wenn man alle anderen ganz rasch als Rechtsradikal titulieren kann und dabei auch noch die Politik hinter sich hat, die hier ja immer gern aufspringt (und sich dann in die Nesseln setzt, wie etwa Maas mit seinem Trollgesetz), hat man eben die Deutungshoheit in jeder Diskussion gewonnen.

Das ist schade. Unsere Empörungskultur, die immer nur in eine Richtung geht, wird meines Erachtens nicht mehr lange gut gehen.

LG

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2 Antworten zu Blackwashing vs. Whitewashing

  1. Sitznomade schreibt:

    Es ist von der Sache her kein Unterschied ob Schwarze weiße Rollen spielen oder umgekehrt. Isoliert betrachtet sehe ich das genauso. Betrachtet man allerdings den gesellschaftlichen Kontext, macht die Empörung der Gender-Irren und Feministen durchaus Sinn. Auch heute kommt es oft genug vor, dass weiße Menschen gegenüber Schwarzen bevorzugt werden. So berichten viele Schwarze oder Angehörige anderer Minderheiten von Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Natürlich ist die Wohnungssuche bei den heutigen Mietpreisen für niemanden leicht. Minderheiten haben aber eine Hürde mehr zu überwinden, da einige Vermieter Weiße bevorzugen. Bei der Jobsuche ist es nicht viel anders. Auch im Schauspielbereich existiert diese Art der Diskriminierung. So stellen viele Theater nur wenige oder keine schwarzen Schauspieler fest an, mit der Begründung es gäbe nicht genügend Rollen für diese. Wenn dann tatsächlich eine schwarze Rolle besetzt werden muss, setzen diese Theater häufig auf blackfacing und schminken weiße Schauspieler schwarz. Es geht mir in meiner Argumentation nicht um die rassistische Praxis des blackfacing, sondern darum, dass schwarze Rollen tatsächlich häufiger von weißen gespielt werden als umgekehrt.
    Wenn wir irgendwann in einer Welt leben ohne Diskriminierung, dann sollte sich niemand beschweren wenn Weiße Schwarze spielen, Araber Indianer oder Asiaten Wikinger. Solange aber Schwarze weiterhin in vielerlei Hinsicht und oft vielleicht auch unbewusst benachteiligt werden, sollten wir diesen Menschen zugestehen diese Benachteiligung zu kritisieren und ihnen nicht antworten: „Aber wir beschweren uns andersrum ja auch nicht. “ Wenn die Hautfarbe irgendwann keine Rolle mehr in unserer Gesellschaft spielt, dann ist Whitewashing genauso in Ordnung wie Blackwasching. Bis dahin gestehen wir Ihnen diesen einen kleinen Vorteil, neben wenigen anderen doch einfach zu.

  2. Reefa schreibt:

    Wer mit dem Zugestehen von Vorteilen anfängt, der betreibt nichts anderes als Diskriminierung der anderen, was sogar en vogue ist, man denke an die absurde „positive Diskriminierung“. Gleichberechtigung war einmal. Aber wer jetzt auf die Rechte weißer Hetero-Männer, am besten auch noch in höheren Gehaltsklassen, pocht, der ist gleich der Rassist und Sexist vom Dienst. Wer beweisen kann, dass er wegen irgendwas zurückstecken musste (und wer dabei kein weißer Hetero-Mann ist), der kann ohne Umstände den Rechtsweg einschlagen.

    Ich hatte übrigens auch Probleme bei der Wohnungssuche. Wer also davon spricht, dass einige Vermieter Weiße bevorzugen oder es bei Jobs genauso ist, der möge das bitte beweisen. Ansonsten sind wir nämlich bei unsäglichen Hexenjagden, wo eine einfache Meinungsäußerung erstmal dazu führt, dass die Leben von Menschen ohne Nachweis zerstört werden. Auch der neuste Trend dieser Richtung, der da auf Twitter mit MeTwo weht, ist für mich ein Beispiel für unsere fehlgeleitete Empörungskultur, bei der ein kleiner Teil von Menschen nur sehr laut schreien kann. Wahrheitsfindung? Am Arsch. Meinungen, die zählen heute als Beweis und müssen nicht mehr hinterfragt werden.

    Ich sehe keinen Grund, warum wir irgendjemandem irgendwelche Vorteile zugestehen sollten und würde gerne hin zu einer tatsächlichen Gleichberechtigung bzw. Gerechtigkeit und wenn das heißt, dass ein weißer schwarz angemalt wird, weil er es einfach besser drauf hat als anderes Personal, dann ist da nichts einzuwenden. Alles andere ist ausgemachter Blödsinn.

    LG

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