Gedanken über Selbstmord

TL; DR: Wer seinen Selbstmord ernsthaft plant und alleine dazu in der Lage ist, sollte ein Hochhaus oder ein anderes hohes Objekt wie eine Aussichtsplattform wählen und sich z. B. aus dem Fenster des Treppenhauses stürzen. Ab dem 10. Stock und mit einem festen Untergrund ist das, denke ich, eine ziemlich sichere Angelegenheit.

Ich bin ja schon mit fast allem in Berührung gekommen. Selbstmord gehörte bisher noch nicht dazu. Auch ein Knochenbruch fehlt mir übrigens noch, den würde ich gern mal erleben. Am besten offen, damit es auch etwas zu sehen gibt. Nun kam ich kürzlich mit Selbstmord bzw. entsprechenden Versuchen indirekt in Berührung.

Zeit, sich darüber mal Gedanken zu machen. Was gibt es denn für Möglichkeiten, einen Selbstmord zu planen und durchzuführen? Mir fallen da erstmal die folgenden ein:

  • sich durch Schusswaffen töten,
  • ertränken,
  • Pulsadern aufschneiden,
  • in die Tiefe stürzen,
  • erhängen,
  • verhungern bzw. verdursten,
  • Überdosis bzw. Vergiftung durch Medikamente,
  • Stromschlag.

Mehr würden mir nicht einfallen. Zeit, da mal eine Best-Practice auszuwählen.

Sich durch eine Schusswaffe töten? Ich denke, das ist eine gute Option. Die Wahrscheinlichkeit, dass man daneben schießt, scheint ja doch recht gering zu sein. Ebenso die Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel irgendwo stecken bleibt und man wieder aufwacht. Koma ist drin und dann bekommt man auch nichts mehr mit. Die Frage ist nur, wo ein Normalsterblicher eigentlich eine Schusswaffe herkriegen soll. In den USA ist das zweifelsfrei einfacher, aber hierzulande? Würde dem wohl 5/10 Punkten geben wegen einfacher Handhabung aber schwieriger Beschaffung.

Ertränken? Scheint mir sehr schwierig zu sein, auch wenn es sicherlich überall einen See oder Fluss gibt. Das ist denke ich auch ein großer Unterschied. Im See zu einer tiefen Stelle schwimmen und sich absinken lassen könnte gut funktionieren, weil man nicht mehr rechtzeitig nach oben kommt. Im Fluss müsste man dann schon eher von der Strömung erfasst werden, sodass es hier nicht so günstig aussieht. Alternativ kann man sich ja auch einen Stein umbinden oder in verdammt kaltes Wasser für einen zusätzlichen Schock springen. Auch sollte man das wohl nachts machen, damit man nicht doch noch rausgefischt wird und schlimmstenfalls bleibende Schäden wegen dem Sauerstoffmangel davon trägt. Problematisch natürlich auch, dass das Ertrinken keine sehr angenehme Art zu sterben ist. Einfache Beschaffung, relativ einfach zu handhaben, aber eine ziemliche Qual beim Sterbeprozess: 7/10.

Pulsadern aufschneiden? Sollte man längs zum Arm tun und nicht quer heißt es. Ist wohl ein beliebter Anfängerfehler und bringt einen dann ganz schnell in die Psychiatrie, weil es zwar extrem blutet, aber doch recht ungefährlich ist. Ansonsten sicherlich recht einfach: Messer, Längsschnitt, fertig. Das Problem könnte nur der Schmerz sein, weil man ja schon durchziehen und aktiv dabei bleiben muss. Auf halbem Wege plötzlich aufgrund der Schmerzen abbrechen und dann doch überleben? Sehr ärgerlich. 4/10.

In die Tiefe stürzen? Hohe Gebäude gibt es überall. Ich denke, so ab zehn Stockwerken ist man gut bedient und kann das Dach oder ein Fenster nehmen. Jedes Wohnhaus hat Treppenhäuser mit Fenstern, sodass es hier nicht an der Methode sondern allenfalls der Überwindung scheitert. Auch Aussichtsplattformen empfehlen sich gut, wobei man einen ebenen und harten Untergrund statt Gras und Bäumen nehmen und das vielleicht dann nicht gerade zur Rush Hour versuchen sollte. Todeskampf? Macht ab einer gewissen Höhe einfach platsch. Ich denke, da ist nicht viel mehr an Überlebenschance, wenn man berücksichtigt, dass man oberhalb des 10. Stocks sein sollte. Restrisiko? Vermutlich nicht vorhanden und zur weiteren Reduktion kann man auch mit dem Kopf voran springen. Aber wer weiß schon, ob er nicht doch ein „Unzerbrechlicher“ ist, der auf den Boden klatscht und wieder aufsteht. Hollywood lässt grüßen, daher einfach mal zur Absicherung eines Restrisikos nur 9/10 Punkten.

Erhängen? Ein Seil, ein Stuhl und einen Knoten binden. Erfordert erst einmal handwerkliches Geschick und die notwendigen Materialien. Dazu wird man irgendwie auch eine Halterung benötigen, an welcher man das Seil verankern kann. Klingt zu komplex und der Todeskampf ist ähnlich dem beim Ertrinken, weil hierbei ja eher weniger das Genick durchknackt als bei professionellen Hinrichtungen dieser Art – und selbst bei den Hinrichtungen funktioniert das nicht immer. 3/10.

Verhungern bzw. verdursten? Sieht mir nach einer ganz schlechten Idee aus. Zwar kann man immer gut auf Nahrungsmittel verzichten und hält ohne Wasser bekanntermaßen zwei, drei Tage durch. Aber dann müsste man sich auch erstmal zwei, drei Tage von anderen isolieren, was schwer genug ist, und hat wohl den längsten denkbaren Todeskampf. Inklusive der Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen etc. Dazu bleibt die Frage, ob das funktioniert oder ob man hier nicht doch noch eher einen Rückzieher macht. 3/10.

Medikamentenvergiftung bzw. Überdosis? Kann man am besten mit Medikamenten schätze ich. Ein, zwei Dutzend Schlaftabletten und fertig ist eine ruhige Nacht. Klingt sehr verträglich, weil man einfach einschläft. Selbst wenn man danach im Koma bleibt ist das nicht unbedingt das Schlimmste, weil man es dann, jedenfalls vom Geistigen her, wohl auch hinter sich haben dürfte. Aber das kann man ja lösen, indem man einfach ein paar Pillen mehr einschmeißt. Scheitern könnte das vielleicht nur daran, dass man einerseits entsprechende Tabletten nicht so leicht in Deutschland bekommen kann. Andererseits gibt es einige wohl auch rezeptfrei, da nimmt man eben dann ein paar mehr. Der Einfachheit wegen und der möglicherweise doch auch einfachen Beschaffung 8/10.

Stromschlag? Funktioniert ja nur bei Oberleitungen oder mit dem Fön in der Badewanne. Scheint auch relativ einfach umsetzbar, da man jedes technische Gerät nehmen könnte. Heizstrahler sollen sogar noch besser funktionieren als ein Fön, weil man dann noch im Wasser gekocht wird. Davon abgesehen scheint das aber sehr brutal zu sein, weil man alles, d. h. seinen Herzstillstand, noch hautnah miterlebt. Ein Risiko scheint dabei nicht vorhanden zu sein, da die Sicherung wohl gar nicht raus springen wird. Also eine gute und einfache Option, aber eine größere Qual. 6/10.

So alles in allem? Scheint das mit einem hohen Gebäude am besten zu sein. Die gibt es überall und wenn man keine Tür eintreten kann, dann nimmt man eben das Fenster. Alternativ gibt es genügend Möglichkeiten, sich von einer Esse oder Aussichtsplattform zu stürzen, die ja recht frei zugänglich sind. Auch erlebt man dann vielleicht noch etwas, weil so ein Fall ja schon ein gewisses Event ist – besser als einschlafen oder sich erschießen und vor allem einfacher zu erreichen.

Gut, dass ich das geklärt habe. Vielleicht fällt jemandem ja noch etwas ein, was ich vergessen habe.

LG

 

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Eine Antwort zu Gedanken über Selbstmord

  1. WhereAreTheAvocados schreibt:

    Danke,jetzt weiss ich,wie’s am besten klappt

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