Die Epoche des Heiligen Ordens I, II und III

Der erste Teil vom neuen Zyklus hat es zu Kindle geschafft: Der Aufstieg der Schwingen, die Epoche des Heiligen Ordens I: Feymandra. Das Cover kommt dabei von dort. Diesmal nicht von „meinem“ Polen.

 

Auch der zweite Teil ist nun drin: Die Legenden Alter Zeiten.

 

Und jetzt ist der letzte Teil da: Der Befreiungskrieg.

 

LG

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Mustervorlage für den Gender-Hinweis in Hausarbeiten und co: Gendern und geschlechtsneutrales Formulieren richtig erklärt #2

Strukturelles

I. Einstieg – Genus und Sexus

II. Genderbetonende Sprache

III. Kritik erster Teil – Genus

IV. Kritik zweiter Teil – Verwendung und Sprachbeispiele

V. Kritik dritter Teil – Sexusfokus und einfache Sprache

VI. Gegenbeispiele genderbetonender Sprache

VII. Schluss

I. Einstieg – Genus und Sexus

Da der Ursprungsbeitrag mit der Mustervorlage sich einer gewissen Beliebtheit erfreut, lege ich einmal nach und rolle die ganze unsinnige genderbetonende Sprache etwas detaillierter auf. Dazu muss ich zwei Sachen klarstellen:

  • Es gibt in der deutschen Sprache das Genus, eine grammatische Kategorie, nach der Wörter sortiert werden können. Das gib es als Maskulinum, Femininum und Neutrum.
  • Es gibt den Sexus in der Biologie, das Geschlecht, wonach beispielsweise Menschen sortiert werden können. Den gibt es beim Menschen in männlich und weiblich.

Ja, ich sehe beim Menschen nur Mann und Frau als legitime Geschlechter an. Das liegt daran, dass ich ein Geschlecht im Sinne des Sexus mit der Fortpflanzung in Verbindung bringe. Während manche Arten noch ein drittes Geschlecht haben mögen, ist ein echter Hermaphoditismus beim Menschen unbekannt. Die genetischen und hormonellen Strukturen sind hier relativ eindeutig und das, was heutzutage als Divers beschrieben wird, sehe ich nicht als drittes Geschlecht. Statt auf die Geschlechtsteile eines Neugeborenen zu schauen und sich zu fragen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist und bei einer Unsicherheit divers einzutragen könnte man genauso gut einen Gentest machen: Denn das, was als divers firmiert, ließe sich früher oder später mit pränatalen Gentherapien aus der Welt schaffen – sind es doch z. B. Fälle von Androgenresistenz oder Turner-Syndrom, die ihrerseits klar auf Jungen oder Mädchen bzw. Männer oder Frauen verweisen. Das sind sozusagen Unfälle der Natur, aber definitiv kein drittes Geschlecht des Menschen.

Soweit zum Sexus. Es gibt Männer, Frauen und Unfälle der Natur, die ihrerseits aber als Männer und Frauen klassifiziert werden können. Diese Dualität wird natürlich auch in der Sprache reflektiert, siehe die Verwandtschaftsebzeichnungen nachfolgend.

Nur ist es mit dem Genus nicht so eindeutig wie mit dem Sexus.

Das Genus bei den Wörtern unserer Sprache zeigt derweil, dass eine relativ willkürliche Ausprägung dessen haben, was ihren Genus ausmacht. Wie seltsam das ist, kann man schon daran sehen, dass manche Wörter ganz unterschiedliche Genera zulassen. Beispielsweise:

  • Formen von sowohl im Genus männlichen als auch sächlichen Begriffen: Barock, Filter, Gummi, Knäuel, Sims,
  • Formen von sowohl im Genus weiblichen wie sächlichen Begriffen: Maß, Steuer, Wehr,
  • Formen von sowohl im Genus weiblichen wie männlichen Begriffen: Flur, Hut, Kunde, See.

Die Unterschiede gehen dabei insbesondere auf Formen von Homonymie zurück, wobei die Begriffe im Regelfall dann etwas ganz anderes meinen. So z. B. der See, der ein Binnengewässer beschreibt, oder eben die See als offenes Meer. Ähnlich die Kunde, die froh sein kann, und der Kunde, der auch ein Affe sein mag. Der Kontext spielt eine Rolle. Gleichzeitig sind für manche Begriffe wie Barock auch beide Fälle möglich. Auch gibt es bei z. B. Diminutiven eine Genusänderung. So wird eben aus dem Pimmel, vom Genus her männlich, das Pimmelchen bzw. das Pimmellein und damit etwas im Genus sächliches. Ganz spannend ist auch die Genusänderung von Schiffen: Das Schiff als sächliches Wort, aber wenn es einen Namen bekommt, ist es plötzlich weiblich.

Also so viel zum Genus, das im Deutschen drei Ausprägungen hat. Ausprägungen, die durchaus etwas mit dem Sexus zu tun haben mögen. So ist jede Verwandtschaftsbezeichnung, neben vereinzelten weiteren bei Berufen wie Nonne und Mönch, von einer Genus- und Sexusgleichheit geprägt. Niemand würde auf die Idee kommen, bei dem Vater da drüben an eine biologische Frau zu denken. Der Vater als männliches Wort nimmt hierbei entsprechenden Bezug auf das Geschlecht der jeweiligen Person, auf die verwiesen wird. In ähnlicher Weise betrifft das Bruder, Schwester, Base, Vetter, Oheim, Muhme, Tochter, Sohn etc. Seitens der einzelnen Berufe, wo die Gleichsetzung besteht, lässt sich derweil eine Trennung von Aufgaben und Pflichten zugrunde legen.

Demgegenüber gibt es dann aber die große Anzahl der anderen Worte, wo das nicht so ist, sondern wo eine Gemeinsamkeit zwischen Genus und Sexus konstruiert wird und an diesem Punkt setzt dann auch die unmittelbare Kritik an der genderbetonenden Sprache an. Oder wieso ist das Bein nun sächlich, der Zeh männlich, die Beuge weiblich? Weil die Frau sich beugen muss, wenn sie von hinten genommen wird oder wie?

Das Heft, die Mappe, der Hefter. Der Löffel, die Gabel, das Messer. Alles klar, hier herrscht, vereinfacht ausgedrückt, eine Art wilder Mix den sich keiner erklären kann und zu dem es wohl unterschiedlichste Theorien gibt.

II. Genderbetonende Sprache

Die Argumentation der Verfechter jener genderbetonenden Sprache, die eben nicht gendergerecht ist, ist dabei in Kurzform wie folgt:

  • Ein maskulines Wort meint eine männliche Person. Der Sonntagsfahrer ist ein Mann, ebenso wie der Priester, ebenso wie der Laie oder der Experte.
  • Wenn nur Männer gemeint sind, sind Frauen sprachlich wie gedanklich ausgeschlossen und es findet keine Gleichberechtigung statt.
  • Von anderen Geschlechtern, derer ja über 4000 kolportiert werden, ganz zu schweigen.

Entsprechend scheint man sich alle maskulinen Wörter, die auch nur irgendwas mit Personen zu tun haben, als Feindbild auserkoren zu haben. Ein Feindbild, welches es vom Kampf gegen das Patriarchat, gegen Phallussymbole, zu schleifen gilt. In der Folge hat man sich unterschiedliche Konzepte entwickelt, um Frauen (und andere) mitzumeinen:

  • Menschen und Menschinnen
  • MenschInnen
  • Mensch/Innen
  • Mensch/innen
  • Mensch:innen
  • Mensch*innen
  • Bürger*innenmeister*innenkandidat*innen

Ich denke mal, ich habe alle, wobei der Kreativität sicher keine Grenzen gesetzt sind. Warum alles davon Unfug ist wird jetzt beschrieben.

III. Kritik erster Teil – Genus

Die unterschiedlichen Formen der genderbetonenden Sprache bzw. diese Sprache selbst beruhen meines Erachtens aber auf mehreren Denkfehlern. Der erste Denkfehler ist, dass die Gleichsetzung von Sexus und Genus seltsamerweise nur die maskulinen Wörter betrifft. Feminina und Neutra werden überhaupt nicht gegendert, wobei aber doch der Logik der genderbetonenden Sprache hier ebenfalls eine klare Zuordnung sein müsste:

  • Beispielsweise wären mit Koryphäe, Diva, Muse oder Fee auf jeden Fall Frauen bzw. weibliche Wesen.
  • Beim Neutrum ist das dann spannender. Was ist denn ein Monster, ein Genie, ein Model, ein Sportass?

Nun wird zumindest relativierend vorgebracht, dass das Neutrum neutral wäre und damit ohnehin jeden meint. Andernfalls wäre das auch schräg, denn wenn sollen Neutra denn sonst meinen? Den Objektophilen? Der wird sich jedenfalls am ehesten als Sache empfinden und daher angesprochen fühlen.

Der Umstand, dass man die neutralen Worte nun ausklammert, löst dann natürlich auch nicht das grundlegende Problem, weil diese Erklärung nicht bei femininen Wörtern greift und die Sexus-Genus-Kongruenz da nach wie vor gilt. Auch zeigt sich in der Sprache, dass sächliche Worte formal nun wieder männlich anmuten:

  • Neutrum: Wir geben dem Genie seinen Krug.
  • Maskulinum: Wir geben dem Lehrer seinen Krug.
  • Femininum: Wir geben der Diva ihren Krug.

Maskuline und sächliche Formen sind demnach formal gleich. Das gilt übrigens auch für Pluralformen, die formal alle weiblich aussehen:

  • Die Männer geben den Frauen einen Stoß.
  • Die Frauen geben den Männern einen Stoß.
  • Die Trolle geben den Assen einen Stoß.
  • Die Models geben den Diven einen Stoß.

Vom Artikel her alles gleich. Geht natürlich auch mit substantivierten Worten oder dergleichen. Beispielsweise:

  • Neutrum: Wir geben dem großen (Auto) ein neues Rad.
  • Maskulinum: Wir geben dem großen (Mann) ein neues Bein.
  • Femininum: Wir geben der großen (Frau) ein neues Bein.

Außer man argumentiert nun so, dass das nur bei männlichem Genus gilt. Das gibt natürlich weitere Probleme, denn warum sollte das nur in diesem Fall so sein? Selbst wenn man nun annimmt, dass die maskulinen Worte des Teufels sind, dann ist spannend, dass längst nicht alle Maskulina gegendert werden. Beispielsweise:

  • Fan
  • Nazi
  • Trottel
  • Dummkopf
  • Arsch
  • Flüchtling

Ich bin ja für Neologismen offen und wo es schon Gästin, Clownin und Idiotin gibt, dann wird sich sicherlich auch Fanin, Naziin, Flüchtlingin, Trottelin, Dummöpfin oder Ärschin finden lassen. Das heißt, dass schon die Gleichsetzung mit Genus und Sexus ein Trugschluss ist, der sich nicht halten lässt und mit einer gehörigen Portion Schwurbelei umgesetzt werden muss. Aber auch dann, selbst wenn man diese Gleichsetzung fürs Erste annimmt, bleiben in unterschiedlichen Fällen Schwierigkeiten seitens der konkreten Verwendung. Das führt zum zweiten Kritikteil.

IV. Kritik zweiter Teil – Verwendung und Sprachbeispiele

Seitens der Verwendung und Sprachbeispiele der genderbetonenden Sprache seien noch ein paar Argumente der Verfechter derselben genannt.

  • Sprache bildet die Realität ab und wenn wir eine inklusive Gesellschaft wollen, müssen wir auch alle in der Sprache inkludieren. Nicht nur die Männer.
  • Es wurde schon historisch gegendert.

Dass der erste Punkt absurd ist, wurde mit Verweis auf Feminina (und Neutra) schon gezeigt. Verstärkend lässt sich hier allerdings noch annehmen, dass Sprache die Welt nicht abbildet, sondern sie vereinfacht und sie nicht die Gedanken prägt, sondern allenfalls die Denkweise eines Sprechers ausdrückt (frei nach Humboldt). Andernfalls wäre jede Sprache ohne so Genusordnung, z. B. das Türkische, sehr inklusiv und die Gesellschaft dann die reinste Utopie. Naja, hier lässt sich natürlich auch anmerken, dass die Türkei kürzlich doch aus der Istanbulkonvention ausgetreten ist. Bei denen steht es um die Gleichberechtigung und Inklusivität eben so gut, dass sie die Konvention nicht mehr brauchen. Diese Argumentation greift also nicht, allenfalls taugt sie für polemische Beispiele.

Auch der zweite Punkt ist so nicht ganz korrekt. Sicher, früher gab es auch schon Formen des Suffix -in. Z. B. bei Nachnamen, wenn man im Kirchenbuch von der „Maierin“ lesen kann. Das ist natürlich ein Sexus, der da mitschwingt, aber nicht, weil die Frau nun …

  • Maier wäre, also den Beruf ausübt,
  • besonders emanzipiert gewesen wäre, dass sie auf ihre Vagina verweist.

Stattdessen ist hier die Zuordnung zum Mann das Ausschlaggebende. Die Frau ist sozusagen Anhängsel oder Besitz des Mannes. Ein Anhängsel, was sich in unterschiedlicher Weise natürlich erhalten hat. Also auch historisch ist das nichts. Es lässt sich sogar das Gegenteil annehmen Wer sich wirklich frei machen will von der Last des Patriarchats, der sollte nicht unbedingt auf ein Anhängsel aus dem Mittelalter zurückgreifen.

Mit der einen oder anderen Argumentation wird dann darauf verwiesen, dass man jedenfalls alle sprachlich abbilden müsste. Was erst die Doppelnennung war, Lehrer und Lehrerinnen, waren dann irgendwann Schrägstrich und Asterisk. Denn (Trugschluss Nummer 2, der schon thematisiert wurde): Es gibt ja mehr als männliche und weibliche Personen, eben diverse oder was man sich noch so ausdenken kann. Apache Kampfhubschrauber z. B., die auch genannt werden wollen. Warum die sich nun gerade bei einem Asterisk angesprochen fühlen sollen? Wer weiß.

Es wurde schon gesagt, dass sprachlich da nichts zu machen ist, sondern viel konstruiert werden muss. Dass das Ganze auch handfeste Probleme hat, zeigt sich in den folgenden Fällen:

  • Arzt und Ärztin
  • Bauer und Bäuerin
  • Pole und Polin

Diese schönen Doppelnennungen funktionieren beim Sternchen gar nicht. Aerztin? Polein? Im Plural natürlich das Gleiche. Das führt ganz abseits etwaiger Pausen zu Problemen, die offen auf der Hand liegen. Doch das ist nicht alles, auch die Formen, die hier keine Probleme aufweisen, sind in anderer Hinsicht problematisch:

  • Lehrer*innen
  • Schüler*innen

Meine Favoriten. Ich habe mich schon vor über zehn Jahren gegen solchen Unfug wie SuS gewehrt. Das Problem liegt insbesondere in der Sprechpause: „Schüler innen“. Einerseits führt das zur Wahrnehmung, dass nur Mädchen genannt sind, andererseits gibt es Probleme im Verständnis eines Satzes wie „Die Lehrer [Pause] innen verfügen, dass die Schüler [Pause] innen nach Hause dürfen.“ Heißt im Klartext: Wer draußen auf dem Hof ist, hat die Arschkarte gezogen?

Der ganze Glottisschlag, also diese Sprechpause, ist an der Stelle völlig falsch motiviert und verzerrt die eigentliche Bedeutung. Auch sind ganze Satzkonstruktionen nicht mehr machbar. Beispielsweise:

  • Das Geschlecht des Verdächtigen ist unbekannt.
  • Wir haben den Täter. Wir kennen sein Geschlecht nicht.
  • Zwei Drittel der Unternehmer sind Frauen.
  • Ich gehe zum Arzt.

Es ließe sich hier nur auf Alternativen, etwa Synonyme und vielleicht eine Partizipkonstruktion, zurückgreifen oder auf Redundanz. Das Geschlecht des in Verdacht Stehenden ist unbekannt oder aber Wir haben den*die Täter*in. Wir kennen sein*ihr Geschlecht nicht. Das erste Beispiel braucht mehr Raum, das zweite Beispiel ist redundant. Wenn man mit Sternchen und co. sagen muss, dass das Geschlecht des Täters irgendwie vieles sein kann, dann kann man sich den zweiten Teil natürlich sparen.

Auch Alltagsfloskeln, etwa zum Arzt oder Bäcker gehen, funktioniert nicht mehr oder der Gang zum Nachbarn. Dazu im nächsten Kapitel mehr. Die schönsten Stilblüten treibt die Genderbetonung in manchen Texten einzelner öffentlicher Akteure. So z. B. das Folgende vom Rat der Stadt Neuss:

(5) 1) Zur Vorbereitung ihrer Beratungen können die Fraktionen im Rahmen ihrer
Aufgaben von der*vom Bürgermeister*in Auskünfte über die von dieser*diesem oder in ihrem*seinem Auftrag gespeicherten Daten verlangen, soweit der Datenübermittlung nicht
Rechtsvorschriften, insbesondere Bestimmungen über den Datenschutz, entgegenstehen. 2)
Das Auskunftsersuchen ist durch die*den Fraktionsvorsitzende*n schriftlich unter wörtlicher
Wiedergabe des Fraktionsbeschlusses an die*den Bürgermeisterin*Bürgermeister zu richten

Da ist so viel falsch, dass man einen eigenen Beitrag schreiben kann. Fangen wir mal mit dem Offensichtlichen an: Die Formen werden wild durcheinander gewürfelt und teils sogar verkehrt herum genutzt. So ist gleich das erste Beispiel nicht stimmig, müsste es doch „von dem*von der Bürgermeister*in“ lauten, nicht aber „von der“ und „vom“. Hier wurde also die Reihenfolge der Artikel verändert und es fand noch eine Zusammenführung der Präposition mit dem Artikel im männlichen Teil des Bürgermeisters statt. Warum auch manchmal Bürgermeister ausgeschrieben und trotzdem ein Stern gegeben ist, warum manchmal abgekürzt mit Stern, wissen wohl nur die Mitglieder des Rates.

Abseits der genannten Beispiele gibt es, wie im Falle der Wortstammänderung bei z. B. Arzt/Ärztin oder der unklaren Lesart per Glottisschlag insgesamt auch andere Fälle, wo Sternchen und co. nicht funktionieren. Etwa:

  • Student*innen
  • Studenten/innen
  • Expert*innen
  • Expert/innen
  • Virolog*innen
  • Virolog/innen

Im Singular Nominativ mag das noch Sinn machen, wo an den Studenten das Suffix -in gehangen werden kann. Mit einem anderen Kasus wird es allerdings so wirr wie in Neuss: Wir geben dem*der Studenten*in ihr Heft oder Wir suchen den*die Studenten*in. Im Plural geht es dann erst recht rund, ist das Spannende hieran doch, dass die vermeintliche maskuline Endung der Studenten entfällt. Konsequent gedacht müsste es bspw. Studenten*innen heißen. Im zweiten Falle wirkt es auch nicht stimmig, da das Wort Studenteninnen keinen Sinn macht, es sei denn, man hat ein Leerzeichen vergessen und meint eben jene im Haus. Ähnlich verhält es sich mit den anderen Beispielen. Virologe*in? Virologe*innen? Bemerkenswert ist dabei, dass in einigen Diskussionen dann sogar das Argument fällt, dass man sich eben Synonyme überlegen müsste – sowohl seitens der fehlerhaften Beispiele zuvor als auch seitens der femininen Worte. So könnte man ja auf die Studierenden ausweichen oder aber statt Koryphäe auch Meister sagen. Meister lässt sich super gendern.

Diese Argumentation schießt meines Erachtens den Vogel völlig ab. Die Leute suchen sich also krampfhaft neue Wörter, mit teils ganz anderen Bedeutungen, nur damit sie ein Maskulinum haben, das sie gendern können? Verrückter wird es dann sicher kaum mehr, aber in einer Ideologie mag das nur folgerichtig sein.

V. Kritik dritter Teil – Sexusfokus und einfache Sprache

Die unterschiedlichen Punkte haben gezeigt, dass es keine Erklärung für die Gleichsetzung von Genus und Sexus und die Beispiele der Sprache zeigten, dass die genderbetonende Sprache nicht stimmig ist bzw. geradezu irreführend sein kann. Als weitere Grund gegen die genderbetonende Sprache ist derweil das Betonende daran selbst anzuführen, wobei noch einmal auf die unterschiedlichen Genera geblickt werden kann:

  • der Mensch, der Gast, der Student, der Arzt, der Bäcker, der Lehrer, der Zauberer, der Troll
  • die Person, die Hilfe, die Hebamme, die Fee, die Knalltüte, die Schwester
  • das Arschloch, das Mitglied, das Ass, das Monster

Die Beispiele scheinen erst einmal willkürlich zu sein. Gemeinsam ist bei einem nicht ideologischen Blick auf sie, dass es völlig egal ist, ob die dahinter stehenden Personen nun Männer oder Frauen sind (Fun Fact: Die Mehrzahl der deutschen Substantive scheint feminin zu sein). Jede Person kann Mann oder Frau sein, ebenso wie jedes Arschloch oder jeder Mensch. Einen Neologismus, wie im Falle von Schwester zu Pfleger oder von Hebamme zu Geburtshelfer braucht es nicht. Gleichwohl ist diese Art der Neologismenbildung natürlich im ideologischen Kontext nur folgerichtig, wollen sich manche Männer nun vielleicht nicht als Hebamme sehen, wo sich manche Frauen doch nicht als Arzt sehen wollen.

Die Probleme treten dann auf, wenn die ideologische Brille genutzt wird und der Sexus betont werden soll. Dabei stellen sich zuerst die Fragen: Warum sollte das überhaupt geschehen? Welchen Mehrwert für das Gespräch und seinen Inhalt hat es, explizit auf das Geschlecht zu verweisen? Das fängt schon im Kleinen an:

  • Wir begrüßen die Autorin Hecht.
  • Sie können zur Ärztin gehen.
  • Wie heißt denn die kleine Patientin?

In jedem dieser Beispiele wird der Sexus betont. Es könnte sich auch einer hinstellen, mit dem Finger zeigen und Vagina rufen. Erneut die Frage: Wo ist der Mehrwert darin, zu wissen, dass der Autor, der Arzt oder der Patient hier weiblich sind? Geschweige denn: Woher will der Sprecher das überhaupt wissen?

Hier wird nicht nur das Geschlecht hervorgehoben, sondern es wird auch unterstellt. Stellt sich der Autor etwa hin und sagt, dass er heute als Frau aufgestanden ist? Woher weiß der Sicherheitsmitarbeiter, dass das dreijährige Kind mit langen Haaren ein Mädchen ist? Es täte allen ganz gut, sich von diesem Fetisch zu lösen und nicht mehr den Sexus zu betonen, sondern ihn stattdessen aus der Sprache herauszunehmen oder nur dort zu betonen, wo es vielleicht wichtig ist, wie etwa im religiösen Kontext, wo man ohnehin sehr Stark auf das Geschlecht fixiert ist. Aber auch dann kann man sagen:

  • Hier kommt ein männlicher Patient.
  • Du kannst jetzt zum weiblichen Arzt gehen.
  • Du kannst jetzt zur Ärztin gehen.

Es ist dann der Kontext entscheidend und ich nehme an, dass beispielsweise eine Muslima explizit erwähnen wird, dass sie nur zu einer Ärztin möchte. Diese Beispiele erfordern jedoch keinen Stern, keine Annahme des Geschlechts und auch sonst keinen allgemein gerechtfertigten Fokus auf den Sexus.

Hinzu kommt, dass die Sternchen und co., man sieht es an Neuss, nicht mit einer einfachen Sprache vereinbar sind. Um sozusagen alle zu inkludieren grenzt man doch diejenigen aus, die auf einfache Sprache angewiesen sind und jeder Ausländer, der Deutsch lernt, dürfte auch aus dem Häuschen sein, wenn er sich mit diesen Irrwegen befassen muss. Hier kommt eine soziale Komponente dazu, die genderbetonende Sprache noch mehr absurd erscheinen lässt als sie ohnehin schon ist.

Plakativ ausgedrückt müsste man bei jedem Wort Sternchen setzen. Wer weiß schon, ob unser Kanzler Merkel heute beispielsweise als Frau aufgestanden ist? Ist es nicht eher unser*e Bundeskanzler*in Merkel? Wir wollen doch niemandem ein Geschlecht unterstellen. Ein Umstand übrigens, nach welchem ich auch Jürgen Braun zustimme, der Claudia Roth als Frau Präsident bezeichnet hat: Präsidentin wäre in diesem Zusammenhang redundant, da der Fokus auf das Weibliche schon durch die Verwendung Frau gelegt wurde. Genauso gut kann man aber auch Guten Morgen, Präsident Roth sagen. Wen interessiert, dass das eine Frau ist, woher will man es überhaupt wissen? Bist du auch heute genug Frau, damit ich genug Sexus verwenden kann?

Darüber hinaus setzt sich die Problematik im Großen fort und bleibt auch bei einzelnen Wörtern unklar. Etwa dann, wenn es um Substantivierungen oder Analogien geht:

  • Der Große (Mensch) da drüben.
  • Die Kleine (Person) da drüben
  • Du bist wie eine Katze.
  • Du stinkst wie ein Oger.
  • Du bist ein Waschlappen.

Die Wörter in Klammern können sprachlich weggelassen werden, was in der Sprache zu spannenden Vorstellungen führt. Denn wenn von einem männlichen Kind gesprochen wird, lässt sich beispielsweise auch das Folgende sagen:

  • Das (Kind) ist blöd.
  • Der (Junge) ist blöd.
  • Die (Person) ist blöd.

In jedem Fall kann vom Sprecher eine Leerstelle gedacht werden, die einen anderen Artikel rechtfertigt – und vom Hörer kann das als Konflikt wahrgenommen werden, weil dem Hörer sein männliches Kind jetzt plötzlich als Mädchen wie im dritten Fall wahrgenommen wird. Reaktion des Hörers? Es ist ein Junge.

Bei einer konsequenten Gleichsetzung von Genus und Sexus wäre Katze als feminines Wort mit einer Frau in Verbindung zu bringen. Du bist wie eine Katze ausgesprochen gegenüber einem Mann könnte demnach eine Beleidigung sein, weil der Mann sich durch das weibliche Wort als Frau sieht, statt dass er einfach nur leise ist. Ein Gendersternchen kann helfen, denn wer weiß schon, ob sich der Mann heute auch als Mann fühlt? Du bist wie eine Katze. Sternchen? Kater wäre natürlich denkbar, aber sind die wirklich so leise wie Katzen? Analog der Oger bei Frauen, diese wäre dann gleich doppelt beleidigt, müsste sie sich doch als männlicher Oger, faktisch als Mann, und nicht einfach nur als übel riechend ansehen. Der Große und die Kleine müssten derweil ebenfalls mit Gendersterchen versehen werden, denn andernfalls liegt die Zuordnung zum Mann bzw. zur Frau nahe.

Gib mir Tiernamen! gewinnt dann eine ganz neue Bedeutung. Jede Beleidigung verspricht ganz neuen Spaß und Substantivierungen bzw. Leerstellen darf es einfach nicht mehr geben. Auch hier wird man um ein Umschreiben des Wörterbuchs oder eine ganz neue Struktur von Sprache nicht herumkommen – oder man fängt eben an Englisch zu sprechen (wenngleich es da bereits ähnliche Ideologien gibt, die ebenso nicht ganz haltbar sind, was die Sprache angeht).

VI. Gegenbeispiele genderbetonender Sprache

Im Kontext der unterschiedlichen Herausforderungen, alle auch korrekt anzusprechen – obwohl das längst die Sprache leistet – sind immer wieder neue Ideen zu finden. Beispielsweise:

  • das Lehry
  • der Professx

Die üblichen Verdächtigen, um dem Bruder ja nicht ein biologisches Geschlecht zu unterstellen und ihn deswegen nur Geschwisterkind zu nennen, mal außen vor gelassen. Da gibt es ganze Wörterbücher mit Synonymen, um ja kein Geschlecht zu unterstellen (während es dann natürlich auf andere Weise wieder unterstellt wird). Das Problem an diesem Formen mit y und x, so entlehnt aus dem Englischen es auch sein mag, ist, dass es im Kontext der übrigen Genera und der Kongruenz in der Sprache nicht funktioniert, jedenfalls nicht ohne Weiteres. Denn um das umzusetzen müsste man die Artikel überall schleifen, da es andernfalls wieder formal männlich anmutet:

  • Der Professx hat sein Heft vergessen.
  • Das Professx hat sein Heft vergessen.
  • Das Lehry hat sein Heft vergessen.
  • Der Lehrer hat sein Heft vergessen.
  • Das Professx sucht den Lehrx.
  • Der Professy sucht den Lehry.

Schon ist man in Zuständen drin, die man vermeiden will. In der Folge wäre jeder Artikel aufs Sächliche zu reduzieren.

  • Das Professy sucht das Lehry.
  • Das Lehry sucht das Professy.

Allerdings gibt es dann Probleme mit der Syntax und den Wortfeldern, die im Deutschen einigermaßen frei sind. Wir können Sätze umstellen, ohne dass es zu Schwierigkeiten im Verständnis kommt:

  • Der Lehrer sucht den Schüler.
  • Den Schüler sucht der Lehrer.
  • Das Lehery sucht das Schüly
  • Das Schüly sucht das Lehry.

In den ersten beiden Fällen ist klar, wer Subjekt und Objekt ist. In den letzten beiden Fällen bleibt das unklar bzw. man müsste das Subjekt an der ersten Position annehmen, was eine Umstellung nicht mehr möglich macht. Demnach könnte man auch gleich sagen: Wir sprechen jetzt Englisch und alle unsere Probleme sind weg.

Tatsächlich gibt es clevere Möglichkeiten, genderbetonende Sprache umzusetzen. So etwa, indem die formale Gleichheit zwischen der männlichen und der generischen Form aufgehoben wird. Hierbei ließe sich eine neue männliche Endung einführen oder aber das Anhängsel -in nicht mehr als Anhängsel sehen, sondern dem Wortstamm direkt hinzufügen:

  • Lehrer (generisch), Lehrerich (männlich), Lehrerin (weiblich)
  • Lehr (generisch), Lehrer (männlich), Lehrin (weiblich)

Auch das löst natürlich nicht das Problem mit den unterschiedlichen Artikeln und der Annahme, es gäbe mehr Geschlechter als Mann und Frau, die es zu würdigen gäbe, weil sie nicht gewürdigt würden. Das bedeutet, dass jeder Versuch, hier in die Sprache einzugreifen, fehlschlagen muss: Denn die Sprache an sich funktioniert bereits genderfrei, solange man ihr nicht das Gegenteil aus bewussten und falschen Gründen unterstellt. Damit gibt man, ganz im Kontext der Kommunikationsmodelle, natürlich auch sehr viel von sich preis, vielleicht, dass einem das Geschlecht wichtiger zu sein scheint als eine reale Gleichheit. Eine Idee könnte allenfalls sein, dass man die Begriffe Maskulinum und Femininum (sowie auch Neutrum) verändert und sich hier neue Worte ausdenkt, damit es eben nicht mehr männlich oder weiblich anmutet für jene, die Genus und Sexus verwechseln: Das Der-Wort, das Die-Wort und das Das-Wort beispielsweise. Problem gelöst.

VII. Schluss

Ich hoffe, ich habe soweit alles Wesentliche erfasst. Nachträge, beispielsweise seitens der Haplologie, mag es natürlich immer geben, wenn man so einen Text irgendwie zur Nacht zu schreiben versucht. Klares Fazit: genderbetonende Sprache kann man sicher machen, aber genauso gut kann man sich einen Psychiater suchen und mal seinen Fokus auf das Geschlecht zu therapieren versuchen.

Es handelt sich bei der genderbetonenden Sprache, bei dem Anliegen überhaupt gendern zu müssen um auch wirklich alle anzusprechen, um ein konstruiertes Problem. Ein konstruiertes Problem, dessen konstruierte Lösungen so fehlerhaft wie falsch sind. Entgendern ist eher das, was es nun braucht: Eine Abkehr von dem Fetisch, überall einen Sexus sehen und angeben zu müssen wird nötig, um dieses Chaos zu beseitigen. Verwenden wir die generischen Begriffe, alle, so, wie sie gedacht sind und halten wir das Geschlecht aus der Sprache raus in den Fällen, in denen es nichts in der Sprache zu suchen hat – und damit in der Mehrzahl aller Fälle.

Auch 99 Frauen und ein Mann sind eben eine Gruppe von Personen, von Menschen, von Mitarbeitern, von Fachkräften, von Trotteln oder von Lehrern. Je nach Bezug, einfach, weil es völlig egal ist, welches Geschlecht diese Leute haben – es sei denn, man will es explizit betonen. Statt hier jedoch auf Sonderformen auszuweichen kann man auch sagen: Die Mehrzahl der Lehrer ist weiblich oder 99 der 100 Lehrer sind weiblich.

An diesem Punkt folgt dann auch die Überleitung zur Mustervorlage #2 für Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und co., möge sie vielen helfen und mögen die Argumente hier ein paar Personen vielleicht davon überzeugen, dass ihre Ideologie sprachlich nicht haltbar ist und ein paar andere Personen, sich diesem Chaos und Wahnsinn entgegen zu stellen und ihre Sprache zu reflektieren, wenn sie einmal wieder von der Patientin oder der Autorin sprechen wollen:

In der Arbeit wird keine genderbetonende Sprache verwendet. Gemäß den Regularitäten des Deutschen meinen generische Begriffe, zu denen neben Maskulina auch Feminina und Neutra zählen, alle Menschen gleichermaßen und der Sexus spielt in aller Regel keine Rolle, als dass er eigens betont werden muss. Selbst in den Fällen, in denen er relevant ist, gibt es geeignetere Möglichkeiten als Doppelnennungen, Schrägstriche oder Sternchen oder gar auf Krampf gesuchte Synonyme, die an Einheitlichkeit und Sinnhaftigkeit vermissen lassen, um den Sexus einer Person oder Gruppe kenntlich zu machen.

LG

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Zur Eintragung des Namens Lucifer / Luzifer als Vorname durch deutsche Standesämter #2

Lucifer ist immer noch nicht „offiziell“ ein zugelassener Vorname in Deutschland. Das jedenfalls findet man, wenn man weiterhin auf Google sucht. Das ist natürlich spannend, als dass ich das Gutachten hier vorliegen habe, was etwas anderes meint. Aber hey, Fake News haben doch längst den Mainstream erreicht. Zuletzt konnte man das meines Wissens bei einem RTL-Artikel bewundern … ja, gut. RTL ist jetzt kein Garant für Qualitätsjournalismus, aber auch bei Spiegel Online darf man das ein ums andere Mal von einer Qualität sprechen, die Relotius erröten ließe. Etwa, wenn szenebekannte Mobber sich als Opfer profilieren.

Aber zurück zum Thema. Lucifer als Vorname ist eintragungsfähig. Zeigen sogar gerichtliche Verfahren.

Bezüglich nun Lucifer als Vorname stellte ich mir jüngst die Frage, wie ich ein weiteres Kind nennen würde. Ich blieb am Ende bei „Judas JHWH“ hängen. Make Judas great again? Judas immerhin gibt es (auch historisch, kürzlich beispielsweise in einem Kirchenbuch 1780 rum in Kohout/Hahnberg entdeckt, wenn ich mich da richtig erinnere. Da hatten eine ganze Reihe von Kindern den Namen bekommen, weil der Pfarrer so hieß). JHWH könnte natürlich gewöhnungsbedürftig sein und ein starkes Motto setzen. Aber nach Abcde als Vorname wäre ein Jhwh sicher auch machbar.

Ah, die Namensgebung. Neben Stalking seitens der Ahnenforschung durchaus auch ein Hobby von mir.

LG

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Ihr woken Schneeflocken habt sie nicht mehr alle

Die Woke-Kultur um die Social-Justice-Warriors haut jeden Tag einen raus. Alleine die Twitter-Trends sind natürlich grandios.

-> BoycottGenshinImpact als Beispiel 1.

Weil das Asia-Spiel wohl Charakterdarstellungen sexualisiert und fast nur weiße Charaktere bietet. Ihr seid doch bescheuert, aber wirklich. Nach der Logik müsste man jedes (!) Anime und Manga (!) canceln und boykottieren. Schon mal die Brüste dort gesehen? Da kommen zwölfjährige Figuren an die Oberweite einer Gina-Lisa Lohfink ran! Jedes Asia-Spiel hat eine starke Sexualisierung und das ist ok. Soll jedes Spiel, jeder Film, jeder Stuhlgang vielleicht die Fülle einer Venus von Willendorf haben oder was-weiß-ich für Merkmale, damit bitte schön keine Sexualisierung mehr möglich ist? Vielleicht nehmen wir lieber Fische als Darsteller (wobei dann manche auch an Sextina Aquafina denken könnten) oder wir nehmen Transsexuell… nein, lieber nicht.

Also ihr wisst, worauf ich hinaus will. Wer denen ins Gehirn geschissen hat, habe ich gefragt!

Und noch zum Thema Whitewashing, was da aufkam, ganz abseits der Sexualisierung: Wie ist bitte die Farbigen-Quote in China und Japan, so in etwa: Null? Aber ja, hey, ein chinesischer Hersteller wird bestimmt eine Farbigenquote machen, weil: genau.

Am besten wir canceln nicht nur Mangas und Animes und Asia-Spiele Am besten wir canceln gleich China und die Sushi-Esser aus Japan mit.

-> Struktureller Rassismus im Herrn der Ringe als Beispiel 2.

Da mockiert sich hier einer darüber ( https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/warum-der-herr-der-ringe-auch-rassistisch-gelesen-werden-kann-100.html ), dass in den Herrn der Ringe-Filmen Rassismus stecken könnte. Stecken könnte. Ja, in deiner Atemluft stecken glaube auch zu viele Pilze, denn anders kann ich mir diesen geistigen Durchfall nicht erklären. Alle coolen Völker sind weiß, alle Hauptdarsteller alte weiße Männer, alle bösen Völker sind die farbigen Orks? Hat der den Film überhaupt gesehen, ich meine, es gibt auch verschieden farbige Orks, manche sind hellhäutig – und davon abgesehen, interkultureller Austausch fehlt, Frauen fehlen, Tolkien hat Rassenkunde betrieben? Wie viel Alkohol muss man trinken, um so einen Spuk von sich zu geben und noch nicht ins Koma zu fallen? Tolkien hat überhaupt nicht spezifiziert, welche Farben welche Rassen haben und der Shit ist Fantasy und ich würde meinen, dass es zu Tolkiens Zeit von den Quoten der Farbigen eher so in die chinesische Richtung ging und es mit Frauenrechten auch nicht so weit her war.

Ist schon so seltsam genug, wenn aus weißen Figuren plötzlich schwarze werden um der lieben Quoten willen und schwarze Figuren nur von schwarzen Synchronsprechern gesprochen werden dürfen. Wie wäre es denn, wenn wir Wakanda im nächsten Marvel-Relaunch mal mit weißen Darstellern besetzen? Wäre nur fair oder?

Nur weil irgendwas mono-weiß, mono-schwarz oder mit der ganzen Farbpalette durch besetzt ist, muss es nicht gut oder schlecht sein. Aber um der Quoten willen irgendwelche Scheiße zu casten (oder um der Quoten willen Oscar-Preise zu vergeben) ist schlicht dumm, mal davon abgesehen, dass, wenn man realistisch ist, die Quoten der Farbigen weder hier noch in den USA so sind, wie sie in den medialen Produktionen rüber gebracht werden. Sicherlich sind die Zeiten vom „Quotenneger“ vorbei. Das heißt aber nicht, dass man nun auf Teufel komm raus nun jedes Mal nach der sexuellen Präferenz, Religion, Pigmentierung etc. schauen muss, nur damit ja jeder repräsentiert ist – aber bitte: Bei Mördern darauf achten, dass es sich um weiße Leute, am besten männlich, handelt. Nicht, dass wir eine Transe dafür nehmen und dann die LGBTQI*-Community queer geht, weil sie sich schlecht dargestellt fühlt und man mit der Darstellung z. B. einer Transe als Mörder gleich transphob ist.

Wer ernsthaft sucht, wird sicher auch im blauen Himmel Rassismus finden, weil der ja so hell ist und die bösen schwarzen Gewitterwolken erst, alter, diese Welt ist aber auch so feindlich gegenüber den Farbigen und unterdrückt sie selbst beim Wetter!

Alles klar. Was will dieser geistig debile Haufen von woken Schneeflöckchen nicht alles canceln und wo wird nicht Rassismus gewittert (außer bei sich selbst, weil da ist das ja positive Diskriminierung). Wer denen ins Gehirn geschissen hat, habe ich übrigens gefragt! Keiner eine Antwort? Unsere Gesellschaft ist echt am Arsch.

/Rant

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Generisches Maskulinum und generisches Femininum – und Menschen mit einem Geschlechtsfetisch

Jürgen Braun spricht Claudia Roth als Frau Präsident an – und die üblichen Grammatiknazis regen sich natürlich darüber auf, dass er einerseits nicht gendert und andererseits „der generische Maskulinum“ sagt.

Ok, er hatte kurz „das generische Maskulinum“ auf dem Schirm und nicht jeder muss alles wissen. Oder wisst ihr, dass es das Wort „böotisch“ gibt? Nein? Ist alt, aber existent. Zuletzt hatte ich das gefunden in einem Lexikon der deutschen Sprache von 1865 mit der Beschreibung „stumpfsinnig, dumm“. Gefällt mir und hat den Weg in meinen Sprachschatz als Archaismus gefunden.

Soweit dazu.

Nun sehe ich das tatsächlich wie Jürgen Braun. Auch meine Töchter sind beispielsweise Patienten (!) beim Arzt (!) und auch eine Frau darf als Kunde (!) angesprochen werden. Auch eine Marlies Krämer, die sich durch alle Instanzen gegen die Sparkasse versucht hat durchzuklagen. Völlig egal, ob hinter dem Patient, dem Arzt oder dem Präsidenten nun ein Mann oder eine Frau steckt.

Also darf auch Merkel als Kanzler und Roth als Präsident des Bundestags bezeichnet werden. Generische Begriffe sind für alle da, das ist ja das schöne, und sie meinen alle mit.

Wer das anders sieht, der möge bitte anfangen, mal die generischen Feminina zu gendern. Ich freue mich schon sehr auf Neologismen zu Koryphäe, Fachkraft, Trantüte, Waise, Person, Fee usw.

Wer wirklich glaubt, dass er eine besondere Anrede braucht, der hat sie nicht mehr alle und sollte sich Hilfe für seine Selbstwahrnehmung und Resilienz suchen. Denn er hat offenbar einen Geschlechtsfetisch, der nicht mehr normal ist.

Ähnlich sehe ich das übrigens, wenn eine Frau meint, ihr Kopftuch nie ablegen zu dürfen und meint, sich in ein Gericht als Richter oder Anwalt damit stellen zu müssen. Wer seine Religion so fundamental auslebt, dass er sein Kopftuch nicht mal für eine Verhandlung wegstecken und Neutralität beweisen kann, der hat in einem öffentlichen Amt (sei es als Lehrer oder Richter oder anderswo) schlicht nicht die geringste Qualifikation für dieses Amt – und sollte sich auch mal um Hilfe bemühen.

(Ich meine, was kommt als nächstes: Richter mit Parteiabzeichen, in Jogginghose oder Sandalen? Die Leute haben doch zu viel Lack gesoffen, seit die Baumärkte wieder offen sind.)

LG

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Reefa jetzt auch im Ausweis #4

Es ist geschehen. Tada.

Endlich hört der Unfug mit „Reefa Reefa“ auf, wenn man bei Online-Dokumenten Vor- und Nachname eintragen muss! Sowas sagt einem aber auch niemand vorher. Das ist wie dieser Unsinn mit „Bitte keine Zahlen im Straßennamen“, danke. Vor allem, wenn man dann versucht, seine Straße auszuschreiben, gerät man an auch wieder an die Grenzen: „Straßenname zu lang“, alter! Moderne Technik am Arsch.

LG

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Reefa jetzt auch im Ausweis #3

Ein Künstlername im Ausweis ist schön. Das Problem ist, dass ein alleiniger Künstlername mitunter zu Problemen führt. Nämlich immer dann, wenn ein Dokument einen Vor- und einen Nachnamen verlangt. An dieser Stelle musste ich immer „Reefa Reefa“ schreiben, was natürlich, wenngleich rechtlich nicht zu beanstanden, absurd aussieht.

Deswegen bin ich ab jetzt Reefa Frostwind.

Die Bestätigung zur Beantragung des neuen Passes habe ich schon mal. Jetzt muss ich nur noch zum Amt, den Pass beantragen und ihn später abholen. Dann folgt auch wieder ein Foto.

Mit Reefa Frostwind und den damit verbundenen Initialen RF passt auch der Siegelstempel, den ich habe. Muss nur noch schauen, wie ich den Namen im Blog etc. ändern kann. Hurra, Technik.

LG

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Vom Planen eines perfekten Mordes

Nachdem mein Suizid-Beitrag hier schon derjenige Beitrag ist, der am häufigsten geklickt wird – mich würde ja interessieren, ob es geholfen hat, aber das dürfte schwer herauszufinden sein – und nachdem ich des Öfteren über möglicherweise fremd wirkende Dinge nachdenke, dachte ich mir, ich schreibe einen neuen Beitrag zu einem nicht weniger spektakulären Thema: Mord. Nicht nur irgendein Mord, denn mit einer Axt kann jeder daher kommen. Es geht um den perfekten Mord

Ich stellte mir jedenfalls kürzlich die Frage, wie man eigentlich einen perfekten Mord begehen könnte. Gleichwohl ist die Beschreibung eines perfekten Mords natürlich selbst schon schwierig – denn ein perfekter Mord dürfte sich dadurch auszeichnen, dass niemand auf den Täter kommt. Wenn man einen Obdachlosen umbringt, den plakativ gesprochen keiner vermisst, dann wird wahrscheinlich auch keiner danach suchen. Spannender ist der Fall also, wenn es jemanden trifft, der auch vermisst wird. Die Suche nach dem Täter und der fehlende Erfolg eben jener Suche zeichnen meines Erachtens nach den perfekten Mord aus.

Das als Beschreibung, was überhaupt einen perfekten Mord definieren könnte. Entsprechend bleibt die Frage, wie man ein Auffinden des Täters, das heißt also der eigenen Person, effektiv verhindert, wenn nun die Leiche vor einem liegt.

Egal wie ich es drehe und wende, ich bleibe dabei hängen, dass die Leiche entsorgt werden muss. Sicherlich kann man eine Leiche immer im Wald verscharren, in einen Fluss werfen oder auch im Meer versenken, wenn man zufällig am Meer wohnt. Aber da besteht zwangsweise das Risiko, dass sich diese Leiche irgendwann wieder auffindet. Selbst dann gilt dieses Risiko, wenn Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden wie z. B. das Befestigen eines schweren Steins im Opfer. Diesen könnte man in den Brustkorb des Opfers setzen, denn Kleidung oder Seile würden vielleicht der Witterung zum Opfer fallen und die Leiche würde dann irgendwo an den Strand getrieben werden. Auch mit Stein im Brustkorb und dem Opfer am Meeresboden ist nicht ausgeschlossen, dass es durch einen Taucher oder meinetwegen Google Earth entdeckt wird.

Es bleibt demnach dabei, dass die Leiche verschwinden muss. Und mit Verschwinden meine ich verschwinden. Angenommen man kann die Leiche zu sich in den Keller oder die Wohnung bringen und man verliert dabei nicht allzu viele belastende Indizien wie sein eigenes Blut am Tatort, stellen sich nur mehrere Probleme:

  • Man hat das ganze Blut um sich herum,
  • man hat Knochen, Sehnen und alles andere an Innerei, also Fette, Eiweiße und das ganze Zeug,
  • möglicherweise, neben sowas wie schwer zersetzbaren Gallensteinen, natürlich auch Metalle und Prothesen,
  • man hat nach geraumer Zeit den Geruch von sowohl Fäkalien als auch Verwesung,
  • und man muss das ganze Zeug irgendwie loswerden.

Sicherlich kann man jetzt einfach sagen, dass man sich sein Ölfass nimmt und die Leiche einfach in beispielsweise über die Kombination von Flusssäure und Salpetersäure auflöst. Ist ja des Öfteren der Renner. Nur hat man das als Normalsterblicher sicher nicht in rauen Mengen zur Verfügung, vom Ölfass mal ganz abgesehen, was den ganzen Unfug auch mitmachen muss. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Leichen auf diese Weise wohl auch gewisse Spuren zurücklassen, die charakteristisch sind und unter dem Mikroskop auch in den Abflussrohren nachgeprüft werden können.

Hat man die entsprechenden Behältnisse zur Verfügung, rührt man regelmäßig im Säurefass und kümmert sich um größere Klumpen der Leiche separat, ist das sicherlich trotzdem eine nicht allzu schlechte Variante. Denn im Regelfall wird jetzt niemand das Abflussrohr untersuchen …

… mit der Leiche im Haus scheint es mir am besten, die zu zerkleinern und über die Toilette zu entsorgen. Knochen, Sehnen, Gewebe: Bekommt man auf dem heimischen Küchentisch sicherlich super zerkleinert – und wenn nicht, muss man sich eben ein Fleischerbeil oder eine Knochensäge kaufen. Am besten nur mit einem gewissen Vorlauf, sodass nicht von dem Amazon-Kauf der Knochensäge und dem Verschwinden einer Person des Umfelds eins und eins zusammen gezählt wird. Die Überreste kann man dann Stück für Stück den Orkus runter jagen.

Dabei sollte man nur beachten:

  • Zu lange und zu viel Lärm beim Zerkleinern der Leiche ist nicht so günstig, denn dann werden andere vielleicht aufmerksam. Also besser zur Mittagszeit das Fleisch und die Knochen zertrümmern, dann denken die anderen vielleicht, man macht nur Schnitzel.
  • Die Leichenteile müssen klein genug sein, um nicht zufällig die Rohre zu verstopfen.
  • Es muss auch etwas gegen den Geruch getan werden und gegen den Schmutz. Immerhin ist das eine langwierige Prozedur.

Der erste Punkt ist sicherlich einfach. Man macht es leise oder man macht es regelmäßig – oder man riskiert etwas mehr und versucht es als Hausarbeit zu verkaufen. Auch der zweite Punkt dürfte wenige Probleme bereitstellen. Wenn alles Matsch ist, fließt es sicher.

Nur der dritte Punkt dürfte, mal vom unerkannten Transport der Leiche im Kofferraum zuvor, eine große Herausforderung werden. Gegen den Schmutz beim Zerkleinern hilft sicherlich eine Plastikplane. Die dürfte von der Autofahrt und der Aufbewahrung im Kofferraum, man will ja kein rot geflecktes Leder haben, sicherlich noch vorhanden sein. Die Plane oder was man auch immer drunter leg, muss man hinterher und zwischendurch nur ausreichend reinigen. Denn eine blutüberströmte Plane im nächstbesten Mülleimer zu entsorgen und dadurch aufzufliegen, nachdem man sich so viel Mühe mit einer Leiche gemacht hat, wäre wirklich schade. Also selbst wenn man kein Tatortreiniger ist, braucht man ausreichende Reinigungsmittel!

Der Geruch steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Hier ergibt sich schließlich das Problem der langwierigen Prozedur. Es ist anzunehmen, dass so eine Leiche schnell stinkt. Gegen den Geruch beim Arbeiten kann man sicherlich noch etwas tun. Abzugshaube an, Fenster auf und vielleicht etwas Deo versprühen? Immerhin arbeitet man ja nicht den ganzen Tag. Vielleicht hilf es auch, nebenbei ein schönes Gulasch zuzubereiten, dann hat man einen anderen natürlichen Geruch, der vielleicht überdeckend wirkt.

Vielleicht. Hier ergibt sich also ein offenes Problem. Ungeachtet dessen fängt die wirkliche Problematik mit dem Geruch an, wenn die Verwesung einsetzt. Genau hier muss man dem ganzen Prozess sicherlich zuvor kommen und die Leiche beispielsweise einfrieren. Eine erste Zerkleinerung und das Einfrieren in handlichen Tüten dürfte dabei ohne Weiteres machbar sein. Auf der anderen Seite ist natürlich problematisch, dass sich das Zerkleinern dadurch verzögert – denn jedes Mal muss so ein Sack mit Leichenteilen erst einmal aufgetaut werden.

Also heißes Wasser, Sack rein, warten …

… und dann muss man schauen, wie es riecht. Dann muss man Maßnahmen ergreifen wie die oben beschriebenen Möglichkeiten. Zum Zwecke der besseren Nachforschung überlege ich mir aber gerade, mir mal ein Huhn oder dergleichen frisch schlachten zu lassen und das Ganze auszuprobieren in der heimischen Tiefkühltruhe. Da wird man sicherlich Schlüsse ziehen können, inwieweit es sich mit dem Geruch bei anderen Lebewesen verhalten dürfte.

Sobald die Leiche nicht mehr gefunden werden kann, dürften selbst belastende Indizien, meinetwegen die DNS-Spur oder ein Fingerabdruck, entfallen. Vorausgesetzt jedenfalls, man verzettelt sich nicht in Widersprüche, gibt allgemein nicht aufgrund des schlechten Gewissens bei und konsultiert im Falle einer Vernehmung erst einmal seinen Anwalt. Ruhe bewahren, schätze ich. Wenn man genügend Zeit hat, kann man sicherlich auch selbst noch den Tatort reinigen, sodass neben der Leiche später auch gleich noch alle potenziell belastenden Spuren verschwinden und so auch die Chance auf eine Vernehmung sinkt. Aber diesen Fall würde ich mal außen vor lassen, zumal nicht jeder einen Hochdruckreiniger und Chemikalien mit sich herumschleppt.

LG

TL;DR: Leiche einfrieren, abschnittsweise zerkleinern, im Klo runterspülen und immer schön reinigen sowie sich um den Geruch kümmern, dürfte, abseits von einigen Restzweifeln, einem perfekten Mord sehr nahe kommen.

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Amanda ist fertig – Fantasmic vorbei

511 Seiten sind es im Moment bei Amanda. Dürfte noch mal eine Revision des Ganzen geben, aber alles in allem ist die Fantasmic-Reihe damit rum. Wer es lesen will, muss mich nur anschreiben.

Werde mich jetzt einem kleinen SciFi-Projekt widmen.

LG

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Zur Eintragung des Namens Lucifer / Luzifer als Vorname durch deutsche Standesämter

‚Lucifer ist kein zugelassener Vorname in Deutschland. Das hat Gericht in Kassel entschieden.‘

Den Unsinn las ich kürzlich. Genau auf diese Weise kommt es, dass Leute den Medien nicht vertrauen:

  • die Sache mit dem Lucifer, der dann Lucian genannt wurde, hat das Gericht in Kassel nicht entschieden. Es wurde kein Urteil gefällt. Die Eltern haben sich einfach von einer Alternative überzeugen lassen, sodass es nicht zu einer Verhandlung kam,
  • verbotene Vornamen gibt es nicht allzu viele, wenn überhaupt. Selbst Kain und Judas gibt es als Namen. Das Ganze hängt in aller Regel von der Willkür der Standesbeamten ab,
  • natürlich gibt es auch Luzifers und Lucifers in Deutschland, die wurden von verschiedensten Standesämtern eingetragen. Seit ein paar Tagen gibt es auch einen Lucifer mehr. Verboten ist da also nichts. Nicht zuletzt, weil die ganze Sache mit der Teufelsassoziation Schwachsinn ist. Wie sagte der Arzt dazu doch: Wer sich ein wenig mit der Materie auskennt, der weiß doch, dass das nichts mit dem Teufel zu tun hat.

Wie kam es trotzdem zur Assoziation mit dem Teufel? Dazu muss man sich die Geschichte ansehen und auch die Herkunft des Namens.

  • Lucifer kommt aus dem Lateinischen, meint Lichtträger / Morgenstern / Venus. In dieser Form symbolisiert es die damalige Mythologie.
  • Lucifer in diesem Zusammenhang beschreibt auch Jesus (siehe Neues Testament oder auch das Exsultet). Es gibt sogar einen katholischen Heiligen, der Lucifer heißt.
  • Die Sache mit dem Teufel kam dann im Mittelalter auf. Spannend ist hier auch eine mehr oder weniger falsche Bibelübersetzung der King-James-Bibel, wo das kleingeschriebene lucifer plötzlich als Name Lucifer großgeschrieben wurde.
  • Die alten Übersetzer/Ausleger der Bibel (Origenes, Tertullian, Augustinus von Hippo) haben lucifer diesbezüglich auch noch klein geschrieben und unabhängig von  der Kleinschreibung, rein von der Interpretation her, nicht mit dem Teufel identifiziert. Selbst Martin Luther hat noch von einem groben Fehler gesprochen, den Teufel hier mit dem Wort Lucifer in Verbindung zu bringen.
  • Es handelt sich demnach um das Reinlesen und Reininterpretieren von etwas in einen Text, das es so gar nicht gibt. Hier ist insbesondere Isaiah 14:12-17 zu benennen.

Das soweit zum Lucifer und zum Hintergrund. Nun ist es richtig, dass die Standesbeamten leider nach dem eigenen Befinden Namen ablehnen können. Das ist so ähnlich wie mit der Asylsache bei Migranten: Stehst du an der Grenze und sagst Asyl, kommst du rein. Sagt der Standesbeamte was vom Kindeswohl, bist du raus. Völlig egal, ob da etwas Wahres dran ist.

Das heißt letztlich:

  • Man ist gut beraten, sich im Vorfeld seiner Namenswahl ein Gutachten zu holen, wobei hier die Namensberatung der Universität Leipzig zu empfehlen ist (denn die sehen Lucifer/Luzifer nicht so kritisch wie die Gesellschaft für deutsche Sprache, die den Namen (noch) nicht empfiehlt).
  • Ansonsten bleibt nur auf Knatsch aus zu sein und vor Gericht zu ziehen. Präzedenzfälle sind zu begrüßen.

Wäre es vor diesem Hintergrund  zu einer Verhandlung gekommen, schätze ich mal so freimütig, dass das Gericht den Namen nicht verboten hätte. Da hätte sich der Staat weit aus dem Fenster lehnen und die Eltern als Satanisten brandmarken müssen, um wirklich eine Zuordnung zum Bösen herzustellen und dem Kindeswohl zu schaden.

Lucifer/Luzifer ist also nicht der ursprüngliche Name des Bösen und er ist nicht verboten, sondern wird mit gewisser Regelmäßigkeit auch als Name von Standesämtern eingetragen. Man muss nur hoffen, dass der Standesbeamte einen guten Tag hat und kein unwissender Mensch ist.

Für noch mehr Details kann man mich aber gern privat anschreiben.

Quellen dabei sind übrigens:

Albani, M. (2004): The Downfall of Helel, the Son of Dawn, in: Auffarth, C. & Stuckenbruck, L. T. (Eds.): The Fall of the Angels, S. 62.
Bamberger, B. J. (2006): Fallen Angels: Soldiers of Satans Realm, S. 148f.
Berlin, A. (2011): The Oxford Dictionary of the Jewish Religion, S. 651.
Calvin, J. (2007): Commentary on Isaiah, I: 404.
Dembski, W. A. (2009): The End of Christianity, S. 219.
Fekkes, J. (1994): Isaiah and Prophetic Traditions in the Book of Revelation, S. 187.
Frick, K. R. H. (2006): Satan und die Satanisten I-III, Teil I, S. 193 u. 216.
Kelly, J. F. (2002): The Problem of Evil in the Western TRadition, S. 44.
Jeffrey, D. L. (1992): A Dictionary of Biblical Tradition in English Literature, S. 199.
Link, L (1995): The Devil, A Mask without a Face, S. 24.
Ridderbos, J. (1985): The Bible Student’s Commentary: Isaiah, S. 142.
Theißen, G. (2009): Erleben und Verhalten der Christen, S. 251.

LG

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